Clickertraining

Ein Clicker (Klicker) ist ein ca. 5 cm grosses (Plastik)gerät, das dem früheren Knackfrosch (Kinderspielzeug) ähnelt. Beim Zudrücken des integrierten Blechstreifens erzeugt es ein lautes Knackgeräusch.

Bei der Arbeit mit dem Clicker handelt es sich um eine klassische Konditionierung. Als klassische Konditionierung bezeichnet man eine Form des Lernens, in der ein Reiz ein bevorstehendes Ereignis ankündigt und dadurch eine Reaktion auslöst. Der bekannte russische Forscher Iwan Petrowitsch Pawlow hatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Nachweis für eine klassische Konditionierung erbracht, indem er bei einem Hund durch das Läuten einer Glocke Speichelfluss auslöste. Diese Glocke wurde vorher im Verlauf des Experiments wiederholt in engem zeitlichen Zusammenhang mit dem Anbieten von Futter geläutet, so daß der Hund nach einiger Zeit schliesslich allein auf den Glockenton mit Speichelfluss reagierte, ohne daß Futter in Sicht war.

Ähnlich einer Glocke erzeugt auch der Clicker lediglich ein Knackgeräusch und hat zunächst keinerlei Bedeutung. Die Arbeit mit dem Clicker beginnt daher immer mit der Konditionierung des Hundes auf das Clickergeräusch. Dies wird über mehrere Tage durchgeführt. Wenn dies korrekt erfolgt, bedeutet der Clicker für Ihren Hund etwas Tolles – nämlich das Versprechen auf eine Belohnung (z.B. Futter oder Spiel). Der Clicker kommt also erst nach der Konditionierung zum Einsatz im aktiven Training.

Welche besonderen Vorteile bringt uns also der Clicker im Allgemeinen?

  • Wir haben mehr Zeit, unseren Hund zu belohnen und können besser auch auf Distanz trainieren. Damit Ihr Hund zum Beispiel ein „Platz“ lernen kann, muss Ihr Lob Markerwort (z.B. in Verbindung mit der Gabe von Futter) innerhalb von maximal 2 Sekunden nach dem erzeugten Verhalten (hier: Hund macht Platz) erfolgen. Nur in dieser Zeitspanne kann er sein Verhalten mit der Belohnung in Verbindung bringen und wird auch zukünftig wieder dasselbe Verhalten ausführen. Die Zeitspanne der möglichen Belohnung ist also sehr kurz. Bei der Distanzarbeit (z.B. Platz aus 5 Meter Entfernung vom Besitzer) wird es schwer, so schnell ruhig zum Hund zurückzukommen. Auch haben viele Hundebesitzer häufig Probleme, Futter schnell genug aus der Tasche zu holen.  Ein offenes Zeigen des Futters vor der korrekten Ausführung des Verhaltens ist wiederum nicht zielführend und sollte unbedingt vermieden werden. Mit dem Clicker in der Hand haben wir jedoch die Möglichkeit, zeitnah zu clicken und im Anschluss die Leckerlies aus der Tasche zu holen.
  • Wir können sehr exakt arbeiten. Möchten wir bespielsweise im Hundesport unserem Hund ein „exaktes“ Fußgehen beibringen, sollten wir nicht dauerhaft dem Hund mit der linken Hand Futter vor die Nase halten, damit er gerade neben uns läuft. Hier kommt im Training häufig der Clicker zum Einsatz, der dem Hund zentimetergenau mitteilt, welche Position erwünscht ist. Gleiches gilt im Trick-Training oder im Dog-Dancing bzw. in allen Trainingsaktivitäten, die eine bestimmte Körperhaltung oder Körperposition vom Hund erfordern. Eine zweite Person, die beobachtet und Information gibt, wenn die Position geclickt werden kann, ist dabei oft hilfreich.
  • Wir können „Verhalten einfangen“.

Eine alternative Art, dem Hund etwas beizubringen, ist, das erwünschte Verhalten „einzufangen“, wenn der Hund es gerade (eher zufällig) ausführt. Zum Beispiel wünschen wir uns mehr Aufmerksamkeit von unserem Hund beim Spazierengehen im Freilauf. Wir beobachten also nur. Wenn unser Hund sich freiwillig nach uns umdreht und uns ansieht, clicken wir und der Hund darf sich seine Belohnung bei uns abholen. Die Wahrscheinlichkeit steigt, daß er es daraufhin immer häufiger tun wird.

Der Clicker ist also weder Kommandogeber, noch ein Leckerchenersatz! Der Clicker ist lediglich ein „Hilfsmittel“ in der Ausbildung des Hundes, das ein Lernen des Hundes (und des HaltersJ) beschleunigen kann. Auch in der Verhaltensänderung kann ein Clicker unterstützend wertvolle Dienste leisten, da ein sehr exaktes Timing möglich ist, wenn professionell angewendet.

Wenn falsch verwendet, kann sich der Clicker kontraproduktiv auswirken. Ein häufiger Anwenderfehler ist es übrigens, daß zum falschen Zeitpunkt geclickt wird (z. B. Hund steht gerade aus dem „Platz“ wieder auf) oder es wird geclickt, aber nicht immer belohnt. So verliert der Clicker seine eigentliche Wirkung.

Autor: Ilka Schröder